Donnerstag, 8. Mai 2008

Burmas Generäle erpressen die Hilfsorganisationen

Die Junta will in erster Linie Geldmittel



jonas m. lanter

Organisationen müssen Bestechungsgelder an die Junta bezahlen, um ins Land gelassen zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Generäle nur Hilfslieferungen zulassen, wenn auch sogenannte Goodwill - Gelder an die Junta fliessen. Genau dies macht die Sache so schwierig. Oberste Priorität sollte es sein, der verarmten und obdachlosen Bevölkerung zu helfen. Durch Schikane seitens der burmesischen Behörden können keine Schwerstverletzten versorgt werden, man lässt sie sterben wie bereits geschehen. Obwohl die Militärs bereits Stunden vor dem Zyklon gewarnt wurden, haben sie nichts unternommen. Ich will damit sagen, dass diese bewusst den Tod von Zehntausenden von Menschen in Kauf genommen haben. Jeder Arzt weiss, dass in dieser Situation jede Stunde zählt. Es werden weitere Menschen dem Skrupel der Junta geopfert.
Sollen oder wollen wir spenden? Ich sage ja. Mit der Einschränkung, dass die Organisationen wie die UN sprich UNHCR bzw. WHO und 'Nicht-Regierungs-Organisationen' (NGO) wie 'Amnesty International' den Generälen auch eine Gegenleistung für eine längerfristige Zusammenarbeit abringen. Sollte dies nicht der Fall sein, so werden die Hilfsorganisationen weltweit zur Erpressung von Geldern gezwungen. Dies geschieht heute nebst Burma bereits auch in Afrika. Burma ist aber in dieser Beziehung nicht zu schlagen; die Generäle erpressen die Weltengemeinschaft. Ist es denn der Sinn dieser Organisationen, Schmiergelder zu bezahlen, um Hilfsbedürftigen überhaupt Medikamente, Wasser und Nahrungsmittel zukommen zu lassen?
Die Generäle lassen sich bitten, Ihnen Geld zu spenden. Wo bleibt die von den Spendern geforderte moralische Verpflichtung zur Hilfe, wenn moralischen Bedenken seitens der Organisationen und der Militärs mit Füssen getreten werden?

9. Mai 2008